Amtshäuser Friedrich-Schmidt-Platz
Sanierung und Zubau der Amtshäuser Friedrich-Schmidt-Platz 3+5, Wien
Projektbeschreibung
Der Erhalt und die behutsame Weiterentwicklung der denkmalgeschützten Substanz der beiden Amtshäuser stehen ebenso im Fokus wie die Optimierung der Raumstruktur, die Schaffung eines hohen Maßes an Barrierefreiheit sowie die Umsetzung technisch innovativer, ökologischer und wirtschaftlicher Verbesserungen. Es entsteht ein stimmiger Dialog zwischen dem Freilegen und Sichtbarmachen der Qualitäten des Bestands und der zeitgemäßen Neuinterpretation von Materialität und Oberflächen.
Im Spannungsfeld zwischen Alt und Neu
Die Zubauten in den Innenhöfen vom Amtshaus Friedrich-Schmidt-Platz 3 ergänzen die Büroräume im 1. Obergeschoss um zwei große Sitzungsräume. Dabei werden die eingestellten Kubaturen im Sinne des Denkmalschutzes formal schlüssig vom Bestand getrennt. Im Zusammenspiel von Alt und Neu entstehen in der räumlichen Dichte spannungsvolle Zwischenräume, die durch Lichtführung, Materialeinsatz und Begrünung architektonisch inszeniert werden.
Grüne Fuge und Lichtkranz
Die Schnittstelle zwischen Bestand und Zubau wird auf zwei verschiedene Weisen konzipiert: Als grüne Fuge oder als breiter Lichtkranz in Form eines umlaufenden Glasoberlichts. In beiden Fällen bleiben die Hoffassaden spürbar erhalten und die Belichtung und Belüftung bestehender Räume gewährleistet.
Im Spiegel
Eine bodengebundene Fassadenbegrünung belebt jeweils die unteren drei Geschosse der Hoffassade. Die Hülle der Zubauten wird als raumhohe Spiegelglas-Fassade gestaltetet.
So wird die Fuge zwischen Alt und Neu zum zentralen Gestaltungselement: Im Gegenüber von Fassadenspiegel und Fassadengrün wird der Zwischenraum optisch erweitert. Gleichzeitig tritt die Gebäudehülle des Hinzugefügten durch ihre Entmaterialisierung in den Hintergrund
Farb- und Materialkonzept
Die räumliche Erfahrung von Alt und Neu ist auch im Innenraum das zentrale Gestaltungsprinzip. Die sichtbare Konstruktion der Zubauten bespielt den Raum in einem gleichmäßigen Rythmus. Im Gegensatz dazu werden Wände, Böden und abgehängte Decken mit ruhigen, fugenlosen Oberflächen gestaltet. Die Hauptrolle übernimmt jedoch das spannungsvolle Gegenüber der Fassaden sowie das Lichtspiel über Fugen und Oberlichter.
Im Sinne des nachhaltigen und zirkulären Bauens werden die Zubauten in Holzbauweise konzipiert. Das sichtbare Tragwerk aus schlanken Holzrahmen korrespondiert mit der raumhohen Holz-Glasfassade.
Eingebettet in die intensiv begrünten Terrassen auf den Dächern der Zubauten liegen kleinteilige Rückzugsbereich als Arbeitszimmer und Pausenbereiche. Sie ergänzen die Büronutzung und ermöglichen das Erleben der jahreszeitliche Veränderung der Vegetation.
Projektbilder
Pläne
Projektdaten
Mit Albert Wimmer ZT GmbH
Auftraggeber: Stadt Wien, MA 19
Visualisierung: k18.pictures